Die ersten Muscheln der Saison

Die ersten Muscheln der Saison sind in Greetsiel angekommen. Endlich. Hier eine Doppel-Muschel (Muschel in Muschel) getaucht in Knoblauch-Tomaten-Soße. Ist erst 6 Stunden her, dass ich knapp einem Eiweisschock entgangen bin und könnt' schon wieder ...

muscheln.jpg

Greetsiel

Greetsiel

Tuesday, September 12. 2006
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Bitte keine Sägespäne

Och nee, ne? Sägespäne im Wein. Welcher kranke Winzer kommt denn auf sowas?

Wednesday, December 21. 2005
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Tantuni

“Jeder Ömer isst 'nen Döner. Nur der Ali von der Uni isst lieber Tantuni”

Vor 15-16 Jahren habe ich ein Jahr in Mersin verbracht. Mersin liegt im Süden Anatoliens, am Mittelmeer. Direkt "gegenüber" Zypern und ca. 1,5 Bootsstunden davon entfernt. In Mersin haben wir (Ich & Kumpanen) kaum Döner gegessen; der Snack der Wahl war dort Tantuni.

Ich bekenne, ich war damals jung, ein Vielfraß und Tantuni-süchtig. In Spitzenzeiten habe ich 2-3 Stück alleine auf dem Schulweg nach Hause ge-intust und hatte regelmäßig Ärger mit Mutter und Oma ("Wie kannst du nur immer dieses Zeug von der Straße essen?"). Dann schlug es mich nach Izmir und später wieder nach Deutschland und das war's mit dem Tantuni-Genuß. Damals konnte man diese Spezialität nämlich nur in Mersin kaufen (oder in einigen Haushalten süd-östlich von Mersin finden).

Als ich vor 3 Jahren in Ankara war, hörte ich, dass jemand aus Mersin dort einen Tantuni-Laden eröffnet hatte und dachte "Cool. Noch ein Jahrzehnt, dann gibt's Tantuni vielleicht auch in Deutschland". Ich musste aber gar nicht solange warten. Ein Kumpel rief letzte Woche an und berichtete, dass er in Köln irgendwo ein "Hammergeiles Gericht namens Tanduri" gegessen hätte. "Wie Tanduri? Meinst du vielleicht Tantuni?" hab ich nachgefragt. Und heute habe ich endlich Zeit gefunden, meinen alten "Suchtstoff" wieder zu genießen. Meiiiiine Fressäää ... hat das gut getan. Ich kann jetzt nachvollziehen, wie sich ein trockener Alkoholiker fühlen muss, beim ersten Glas Whiskey nach 15 Jahren ... ;-)

Der Tantuniladenbesitzer, mit dem ich heute gesprochen habe, beschreibt das Gericht folgendermaßen:

Früher wurde in Mersin zum Opferfest auf der Kirmes eine Hauskost namens "Tantuni" verkauft. Dazu wurde rotes (Kalb-)Fleisch in sehr kleine Stücke zerschnitten, gekocht und gebraten. Dann wurden Tomaten, sehr fein gehackte Zwiebeln, verschiedene Gewürze, spezielle Petersilie aus Mersin, Minze, Dill und diverse Kräuter zugefügt. Dieses Gemisch wurde in dünnes Fladenbrot (Dürüm ekmeği) eingerollt und verzehrt.

Zunächst wurde Tantuni nur zu Hause zubereitet, später aber auch auf Veranstaltungen und Straßenfesten. Heut zu Tage ist der unvergleichliche Geschmack des "Tantuni" in der ganzen Türkei bekannt.

Da es einer speziellen Technik zur Vorbereitung des Fleisches und einer speziellen Soße bedarf, kann die optimale Zubereitung nur durch einen echten Tantuni-Spezialisten bestätigt werden.

Der letzte Satz ist keiner dieser üblichen Marketingsprüche, sondern durchaus wahr. Einige Dönerläden (z.B. auf der Keupstraße in Köln) springen jetzt auch auf den Zug auf und hängen Schilder an die Vitrinen mit "Tantuni! Jetzt auch hier!". Aber nur, weil alle hier beginnen danach zu fragen. Und die ersten haben auch schon wieder nach 3 Monaten dicht-gemacht. Echten Tantuni gibt's halt nur von Spezialisten aus Mersin. Zumindest zur Zeit noch.

Und nein, dies ist keine Anzeige oder Werbung. Ich kriege keinen Cent dafür. Nichtmal 1% Preisnachlass für zukünftige Tantunis. Rein gar nichts. Es ist lediglich ein privater Bericht eines begeisterten Tantuni-Junkies ;-) Und eine kleine vorsorgliche Richtigstellung, damit die hier in Deutschland lebenden Türken nicht wieder auf die Idee kommen, so'n Quatsch zu erzählen wie "Den Döner-Kebab haben die Deutsch-Türken hier erfunden." Es liefen vor ein paar Jahren nämlich entsprechende Berichte durch die Presse.

Vergesst Döner Kebab ... das waren die 90er. Die 2000er werden die Zeit des Tantuni.

Friday, January 28. 2005
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