'Boss blogging'

06 December 2005
Noch so eine einfache Sache, die man durch großkotzige Begriffe aufzumotzen versucht: Boss blogging.

Dabei ist Boss blogging doch nur ... Liebe Kinder,

Wenn euer Papi auf der Arbeit mit anderen Papis etwas besprechen muss, dann schreibt er das irgendwo auf eine Website und die, die das dürfen, können dann lesen, was dein Papi so alles herausgefunden hat. Die doofen Erwachsenen nennen das dann boss blogging, aber das soll dich nicht weiter stören.

Mann, mann, mann ... wenn etwas zu trivial ist, verkompliziert man die Begriffswelt erst mal mit einem abstrusen Namen. Wichtigste Vorraussetzung für solche Namen: Sie müssen inhaltlich komplett daneben liegen und dürfen den Ersthörer nicht ansatzweise erahnen lassen, was dahinter steckt. Dann können die, die es wissen, mitwisserhaft den Unwissenden ihre Unwissenheit vor den Kopf stoßen "Wieeee? Du weisst nicht, was boss blogging ist?".

Forbes. Das nächste Blogosphären-Opfer?

28 October 2005
Uii, laut Gulli Underground News scheint sich da Forbes mit den Bloggern anlegen zu wollen, in dem sie Firmen Tipps geben, wie man "enttäuschte Kundschaft, die sich in ihren Blogs äußert, klein kriegt" (via und Details beim Schockwellenreiter).

Die Tipps gehen von diskreditieren bis verklagen; kein Wunder also, dass der Schockwellenreiter dies als Kriegserklärungs sieht und "den Fehdehandschuh aufnimmt". Nicht dass Forbes jetzt ähnliches passiert, wie damals Jamba.

Nachtrag: Was mir noch einfällt, da Gulli Underground News und der Schockwellenreiter beide die Verwendung des Dienstes bugmenot.com (mehr über diesen Dienst bei Pebble Tools) empfehlen, um den besagten aber registrierpflichtigen Artikel bei Forbes.com zu lesen: Ist so ein Aufruf eigentlich rechtlich unbedenklich?

Du bist destruktiv

12 October 2005

Mit dem negativen Feed-Back bei den Weblogs haben wir gerechnet. Die sind immer destruktiv.


Michael Trautmann, Medienbranche startet Mut-Mach-Kampagne

Das ist mehr Wahrheit dran, als es so manchem Blogger lieb sein dürfte.

Einfluss messen, nicht Abrufe

10 October 2005

Vor allem, was wäre mir geholfen, wenn ich wüsste, wieviele PageImpressions jemand anderes macht? Sind die PageImpressions relevant für irgendetwas? Wäre es nicht wichtiger, den Einfluss zu messen, wie auch immer das gehen mag? Ist es nicht viel spannender zu sehen, wieviele der eigenen Artikel anderswo zitiert werden und wie sich dadurch der Leserkreis verbreitert? Eine Art Einfluss-Sphäre meines Blogs wäre interessant, dann könnte ich täglich sehen, wie weit ich reiche. Oder wie wenig weit.


Nico Lumma, Statistikvergleich und Einfluss

Genau. Ich möchte auch keine Zahlen erfahren, aber ich möchte gerne wissen:

  • ob eine Person tatsächlich die ist, für die sie sich ausgibt
  • ob diese Person bei anderen bekannt ist und wie seine Glaubwürdigkeit und Kompetenz zu bestimmten Themen eingeschätzt wird
  • ob die Person (die blogt) Innovator, Verteiler, oder ein 1-Zeilen-Linker ist.


Nur daran kann ich meine Entscheidung orientieren, ob und wem ich meine Aufmerksamkeit gebe. Glaubwürdigkeit ist mir wichtiger, als Meinungskomformität. Das beweist schon mein RSS-Reader, der auch Feeds enthält, bei denen ich regelmäßig an die Decke gehen könnte.

Ansonsten weiss ja jedes Kind, dass Top-Chart-Positionen nicht durch Qualität, sondern Quantität entschieden werden. Und dass Mainstream immer das Mittelmaß von allem ist ... immer gerade so anspruchslos, dass die Meisten noch dran bleiben können.

Neue Blogmap

10 October 2005
Wirklich klasse geworden, die neue Wordpress.de-Blogmap (via Blogshop). Neue Funktionen, sieht gut aus und hat viel Menschkeit drin.
Bewertet doch mal bitte diese Seiten hier (uckan.info), wenn einer Zeit und Lust hat.

Gimme a counter

04 October 2005
Da will einer ein ausgereifteres Web 1.0-Tool haben. Eins das so richtig schön zählt und nicht so fancy aussieht und so ... halt richtige Charts und so, weisst du? Musst du vorher dein Blog etwas tieferlegen, Kollägge.

Podstuttering

04 October 2005
Ich höre eigentlich jedem Podcast zu, dessen Thema mich halbwegs interessiert. Aber in letzter Zeit denke ich bei jedem Link zu einer bequatschten mp3 immer öfter "Jetzt muss ich ja die Mukke leiser machen, hoffentlich lohnt sich das wenigstens". Und es lohnt sich in den meisten Fällen nicht.

Podcasting erfordert eigentlich die selben Kompetenzen wie das Vorträge halten; nur die non-verbale Kommunikation fehlt hierbei. Heisst, man sollte genau so abwechslungsreich sein, wichtige Dinge betonen und auf ein aufbauendes Konzept (und viele andere rhetorische Kleinigkeiten) achten, damit die Rede nicht ätzt. Aber bei diesen vielen 'äääh's und 'mmm's krieg ich häufig zu viel. Da möchte man dem Redner unwillkürlich auf den Hinterkopf hauen, damit die Rede wieder flüssig läuft.

Wenn es aber so klingt, als würde der Redner einen 'Leitzettel' in der Hand halten oder gar gleich irgendwo ablesen, geht die ganze Natürlichkeit futsch und man leidet quasi mit dem Redner. Dabei sollte man doch gerade am Mikro lockerer aus der Hüfte quatschen, ein bisschen witziger sein, ja sogar teilweise abgehen wie ein Radio-DJ.
Also ... wenn es wirklich gute Podcasts dieser Art gibt, schreibt das doch in die Links dazu. Dann wissen wir: Hej, das könnte gut werden, wenn ich mir das reinziehe.

Nachtrag: Nach diesem Eintrag lese ich von Oliver Gassner, dass einer von Boing Boing auch nen Schrottcast hat. In der Hoffnung, diesen Eintrag hier mit einem Positiv-Beispiel komplettieren zu können (hey, ist schließlich Boing Boing und nicht der kleine Hans-Jörg von nebenan) ziehe ich mir mal die neueste Sendung rein. Üüübel ... ok, es wird nur vorgelesen, so wird's auch angekündigt. Aber jeder Fünftklässler (von PISAkistanern mal abgesehen) kann besser vorlesen. Und dieses geile Rauschen im Hintergrund ... warum nicht gleich das Geräusch einer landenden Boing 747 als akustische Untermalung nehmen?

Die Zeichen häufen sich

30 September 2005
  1. Interface Designer von Canonical (der Firma hinter Ubuntu) hat auch am Wordpress User Interface gearbeitet,
  2. Das Ubuntu-Blog ist Top-Blog bei wordpress.com
  3. Wordpress-Chef zieht sich Ubuntu übern Desktop und ist begeistert


Da könnten noch fette Sachen auf uns zukommen ...

Blogcharts

27 September 2005
Robert Basic bringt mal wieder seine Blogcharts heraus. Dabei fischt er manuell deutschsprachige Blogs aus Technorati (dem Dienst, der in Vergangenheit mehr mit Ausfällen, als mit Erreichbarkeit geglänzt hat und deshalb eine sehr ungünstige Datenbasis für solche Rankings darstellen sollte) und listet sie nach Anzahl der eingehenden Links von anderen Weblogs (zumindest von dem Teil, den Technorati zu erfassen vermag) auf. Und bei jedem Male werden immer mehr Stimmen laut, die Sinn und Zweck einer solchen Hitparade in Frage stellen. Hier ein paar interessante, lesenswerte Meinungen:



Das Problem bei dieser ganzen Schwanzlängenvergleichsgeschichte ist nicht die Absicht, denn Bedarf scheint es dafür zu geben; das Problem sind die Messmethoden. Ob Anzahl der Links, Blogcounter, Server Logfiles oder RSS-Leserzähler ... alles sehr ungenaue lineare Web 1.0-Methoden zur Messung chaotischer Zustände. Diese Zahlen verfälschen die Realität dermaßen, dass man sich echt vorsehen sollte, sie zu interpretieren.

Denn die Frage für diese Medientypen, die sich wohl nie "in die Untiefen der Blogosphäre stürzen würden", ist doch die nach der Reputation eines Schreiberlings. Die bessere (nicht perfekte) Antwort dazu liefert das ... voila: Web of trust oder die semantische Variante davon. In diesem Modell wird nicht einfach vorausgesetzt, dass jeder eine gleichwertige Stimme hat. Es ist eben ein Unterschied, ob derjenige, der eine Sache beurteilt auch fähig ist, eine Meinung dazu zu haben oder ob sein Urteil eigentlich irrelevant ist.

Wer auf der Suche nach Reputations-Hitlisten ist hat es zur Zeit ziemlich schwer. Wer es ernst meint und dennoch versuchen möchte, kommt nicht drumrum, sich mit dem Web of trust zu beschäftigen und noch eine Menge Missionierungsarbeit zu leisten (bis daraus die erste halbgare Hitliste erzeugt werden kann). Ansonsten können wir unsere Teile erst mal in unsere Hosen einpacken und die Reißverschlüsse wieder zumachen.

Tag basiertes Wordpress

02 September 2005
Vor kurzem machte der Artikel Turning Wordpress into a tag-based blogging application seine Runde, in welchem der Autor dafür den Einsatz des Ultimate Tag Warrior-PlugIns empfiehlt. Ich habe bei Pebble Tools versucht dieses PlugIn einzusetzen. Gut, es ist das feature-reichste Tag-PlugIn, aber genauso ist es maßlos übertrieben.

Nicht nur, dass eigene Datenstrukturen (mySQL-Tabellen) aufgebaut werden, wovor WP-Chef Matt zurecht in den Kommentaren warnt, es ist so ziemlich das kompliziertes PlugIn, mit dem ich rumgefummelt habe. Außerdem hat's 'ne ziemlich miese Doku (passend zum Klischee des guten Programierers).

Für den Aufbau eines tag-basierten Wordpress-Blogs nehme ich daher lieber Technorati Tagging von Benn O'Neill. Bzw. ich habe außer 'Ultimate Tag Warrior' und 'Technorati Tagging' kein Tagging-PlugIn gefunden, dass auch eine 'tag cloud' (siehe in meinem Archiv) aufbauen kann. Ihr?

Live Redesigns

01 September 2005
Faruk Ateş hat kürzlich sein Live-Redesign als Slideshow online gestellt. Darin kann man anschaulich die einzelnen Entwicklungsschritte à la Sesamstraße nachvollziehen.

Ich hätte ja keinen Bock und keinen Nerv, meine Redesigns zu dokumentieren...

Besseres Wordpress 1.5 Kommentarformular

28 February 2005
Heute gibt es von der Bastelstube Uçkan ein erweitertes Kommentarformular für Wordpress 1.5. Das ist ein Cocktail aus verschiedenen PlugIns und sieht aus wie hier: Wordpress 1.5 Testblogeintrag, Vorsicht, ist derzeit massive Baustelle ;-).

Die Unterschiede zum Standard-Kommentartemplate sind:

  • Anzeige von Gravataren in den Kommentaren. Das sind diese Bildchen, die mit der Emailadresse eines Kommentators assoziiert und angezeigt werden, falls der Kommentator sich ein Gravatar erstellt hat.
  • Andere Anordnung der Kommentarfelder: Kommentartextfeld zuerst, dann die anderen Daten. Ich finde es besser, wenn man zuerst seinen Senf und danach erst alle anderen "Verwaltungsdaten" abgeben kann.
  • Kommentarformatierungshilfe mittels des hier schon besprochenen quicktags.js (nur, wenn der Kommentator JavaScript aktiviert hat; ansonsten werden die Buttons eben nicht angezeigt)
  • Live-Kommentarvorschau mittels des Live Preview for comments-PlugIns, damit man den Effekt seiner Formatierungen auch direkt sehen kann (ebenfalls von eingeschaltetem JavaScript abhängig)
  • Barrierefreier Spamschutz mittels Georg Bauers WP-Questionnaire Plugin
  • + zugehörige Styles für den ganzen Schnick-Schnack




Einrichtung



  1. Besorg dir alle notwendigen PlugIns von den Autorsites:
    WordPress Gravatar Plugin (ZIP),
    Live Preview for comments (Text-Datei, runterladen und in wp-preview.php umbenennen)
    und WP-Questionnaire Plugin (ZIP)
  2. Lade die entsprechenden PlugIn-Dateien gravatar.php, wp-preview.php und wp-questionnaire.php ins WP-PlugIn-Verzeichnis (unter /wp-content/plugins) und edit-questionnaire.php ins Adminverzeichnis (unter /wp-admin) hoch.
  3. Aktiviere im Adminbereich unter http://deine-domain.tld/wp-admin/plugins.php alle 3 PlugIns. Ausserdem solltest du für den Spamschutz vom WP-Questionnaire Plugin unter "Verwalten" --> "Questionnaire" (http://deine-domain.tld/wp-admin/edit-questionnaire.php) schonmal mindestens eine Frage-Antwort definieren, die deine Kommentatoren beantworten müssen, bevor der Kommentar erscheint.
  4. Öffne im Theme-Editor deine aktive header.php zur Bearbeitung und füge kurz vor dem schließenden </head>-Element folgenden Funktionsaufruf für die Live-Vorschau ein: <?php commentScript(); ?>
    [Laut Anweisungen in der wp-preview.phps lassen sich auch die Textarea-Felder im Adminbereich mit einer Live-Vorschau ausstatten. Wenn's aber wie hier nur um die Kommentare geht, ist das nicht unbedingt notwendig]
  5. Lade die Datei comment-quicktags.js ins /wp-includes Verzeichnis deiner Wordpress-Installation hoch
  6. Grabsch dir meine comments.php und lade sie in dein Theme-Verzeichnis hoch (besser vorher die alte comments.php umbenennen, man weiß ja nie ...)
  7. Füge die CSS-Anweisungen in der enh-styles.css am Ende deiner styles.css hinzu
  8. Ergötz dich an deinem neuen Luxus-Kommentarfomular.


Ich habe die Angabe eines Namens und der Emailadresse optional gemacht (über "Optionen" --> "Diskussion" --> "Bevor ein Kommentar erscheint:" im WP-Adminbereich), so dass man eigentlich nur den Kommentartext und die Spamschutz-Antwort einzutragen braucht. Wer das nicht möchte/macht, sollte vielleicht das entsprechende <legend>-Element innerhalb der comments.php in etwas anderes als "freiwillige Angaben" umbenennen.

Die Styles sind am Kubrick-Theme (dem Standard-Template von Wordpress 1.5) ausgerichtet. Wer aber komplexere eigene Layouts verwendet, wird sicher auch die paar Anweisungen entsprechend anpassen können.

Das Ganze ist nicht ausreichend ausgetestet, ich kann also weder Gewähr noch Pistole übernehmen, dass diese PlugIns mit eventuell anderen installierten PlugIns reibungslos zusammenarbeiten.

Besser editieren in Wordpress

12 February 2005
Für den Adminbereich gibt es eine WordPress Javascript Quicktags-Erweiterung, mit welchem man ein paar Knöpfchen mehr erhält, als im Auslieferungszustand. Extra gibt es z.B. einen vorformatierten <div>-tag, der Schatteneffekte unter Bildern und Texten erzeugt, Links-/Rechtsfloats etc.
Eine tiefergelegte Version davon gibt es noch auf drnoble.co.uk (mit Bildschirmfotos).

Für den Kommentarbereich gibt es ebenfalls ein ähnliches Comment Quicktags-Plugin. Hochladen, aktivieren, ein paar Styles anpassen, fertig ist das Ding.

Beide Toolbars basieren auf Alex King's JS Quicktags.

Das Comment Quicktags-Skript habe ich noch um einen <abbr>-Button und den Textfeld-Vergößern/Verkleinern-Buttons erweitert und alles gekillt, was nicht zum Standardumfang der in Wordpress-Kommentaren erlaubten HTML-Tags gehört: comment-quicktags.js

Da Suchmaschinen die einzigen Maschinen sind, die <strong>, <b>, <em> und <i> interpretieren und auch keinen Unterschied zwischen <strong>-und-<b> oder <em>-und-<i> machen, habe ich auf die beiden verzichtet, obwohl sie in WP-Kommentaren erlaubt sind. Und die Unterscheidung zwischen <abbr> und <acronym> hat in der Vergangenheit soviel Diskussionen in den Mailinglisten erzeugt, dass das W3C in der nächsten XHTML 2.0-Spezifikation das <acronym> ganz fallen gelassen hat. Also fehlen in meiner Modifikation die Buttons für <b>, <i> und <acronym>.

Möchte man dies zusammen mit dem Comment Quicktags-Plugin nutzen, muss die Datei comment-quicktags.js ins /wp-admin-Verzeichnis hochgeladen werden und in der 59sten Zeile der comment_quicktags.php

$scripturl = get_settings('siteurl') . '/wp-admin/quicktags.js';

durch

$scripturl = get_settings('siteurl') . '/wp-admin/comment-quicktags.js';

ausgetauscht werden.

Für Movable Type User gibt es eine entsprechende Beschreibung auf movalog.com (via einfach-persoenlich Sideblog).

Nachtrag: Zur Formatierung der Buttons kann man z. B. sowas hier in die CSS-Datei hinzufügen:

#ed_toolbar input { cursor: pointer; background-color: #f2f1dc; border: 1px solid #3f5776; color: #3f5776; font-family: Arial, Verdana, sans serif; margin: 1px; padding: 3px; }

Mehr Daten verlangen, als nötig

06 December 2004

Und wieder ein Kommentar den ich nicht abschicke da mich das betreffende Weblog dazu zwingen will, eine Email-Adresse anzugeben. Dabei ist diese für den Vorgang des Kommentierens doch gar nicht notwendig.

Und wieder ein Kommentar den ich nicht abschicke, Plasticthinking


Recht hat er. War hier bisher auch so, jetzt nicht mehr. Hatte diese Einstellung einfach in Wordpress stehen lassen und mich nicht darum gekümmert.

MS im Netz

11 November 2004
Vergesst die Sache mit der BILD-Zeitung, was zur Zeit bei den Microsofties im Netz abgeht ist viel lustiger.

  • Das IEBlog fühlt sich zum Eintrag Why I Like Windows genötigt und kriegt dafür 'ne Menge Dresche (inklusive vom IE7 Entwickler Dean Edwards)
  • Sean Plaice stellt im neuen Blog der Suchmaschine von MS eine Frage zur Vertrauenswürdigkeit der Suchergebnisse und wird prompt gelöscht.
  • a pro pos: schaut euch mal das msnsearch's WebLog im Mozilla/Firefox an. Hammer-Floatings, muahaha. Und was erst der Validator dazu sagt (aua, mein Bauch)


Ich wette, da stecken noch mehr Lacher drin, wenn man etwas nachforscht ...

Meinungen sind wie ...

09 October 2004
Steffen von Denkzeit beschwert sich über Pseudo-Meinungen vieler Netizens (Inhaltsleere im Datendschungel). Er stellt fest, dass - mit einfachen Ghetto-Worten - die meisten labern ohne was gepeilt zu haben und dadurch nix zur Sache beitragen.
Erinnert mich ein bisschen an Marilyn vos Savant, des laut IQ-Test intelligentesten Menschen der Welt, die mal etwas schrieb wie "Meinungen sind das Schutzschild der Dummen, die es vor sich hertragen um jeder tieferen Argumentation aus dem Weg zu gehen".

Eine Meinung zu einem Thema ist kein Geburtsrecht, man muss sie sich erarbeiten. Man kann nur eine Meinung zu etwas haben, von dessen Materie man auch wirklich Ahnung hat. Erst wenn man ausreichend Fakten kennt, kann man daraus eine Meinung formen.
Ich hätte z.B. gerne eine Meinung zum Thema "Schwangerschaftsabbruch". Habe ich aber nicht, denn mir fehlen die nötigen medizinischen, philosophischen, sozialen und religiösen und sonst-welchen Detailkenntnisse, um mir eine Meinung bilden zu können. Ebenso wenig kann ich eine Meinung zum komplexen und mehrere Wissensdisziplinen involvierenden Thema "Umweltschutz" haben. Ich beherrsche nicht mal die chemischen Grundlagen dafür.

Aber vielleicht darf ich mir eine eigene Meinung zum Thema "Usability" erlauben. Vielleicht auch über "Kampfsport". Also zu Themen, die ich mindestens ein Jahrzent-lang durchgekaut habe.

Und damit wird das Feld schon sehr dünn. Wenn ich's genau nehme, bleibt da nicht viel übrig, was meine Meinung sein kann. Die Masse in meinem Kopf sind Worte, die andere mal zu einem Thema geäussert haben. Was aber ok ist. Ich darf sie annehmen, ich darf daran glauben, wenn ich denke, dass diese Fremdmeinung von einer kompetenten Person geäussert wurde. Ich darf nur nicht behaupten "Das ist meine Meinung". Denn mit einer einzigen Frage fällt die Fassade: "Worauf genau stützt du deine Meinung?" / "Auf welchem Wissen und Tatsachen beruht diese Meinung?".

Was sind also diese Pseudo-Meinungen, die ständig mit dem Schild "meine Meinung" versehen werden? Es sind meist nur Ansichten, Fremdäusserungen ohne Quellangabe und Lernprozesse. Jep, es gibt da nämlich noch den diskutierenden Gesprächstypen unter den Lerntypen. Der braucht das Gelabere ausschliesslich für seinen eigenen Lernvorgang.

Aber das alles ist ok, ist legitim. Man muss nur wissen, was eine Meinung ist und was nicht. Und - noch besser - die sich äußernde Person sollte das auch wissen. Dann gibt's weniger sinnlose Diskussionen oder Missverständnisse. Und das Netz hat auch dafür genug Platz.
RSS-Feed