Real-Time-Webdesign

26 August 2007
Es gibt (nicht wenige) Kunden, die stehen drauf, wenn sie dem Webdesigner über Telefon oder Chat Anweisungen geben und den Fortschritt im Design fast in Echtzeit betrachten können. Meist sind das Kunden, die nicht genau wissen, was sie wollen und geben daher komische Anweisungen wie "Mach das mal weiter rechts" oder "Und wie sieht's mit 'nem grünen Rahmen aus?" oder "Geht der Rahmen oben auch etwas dicker?". Während dessen sitzt du als Markup-Buttler am anderen Ende der Leitung, hackst deinen Markup in den Editor, überträgst es per FTP/SCP auf den öffentlichen Server und sagst zwischendurch "Lad mal neu" (und schwitzt dabei auf die Tastatur).

Das nenne ich Hardcore-Design-Service. Besonders wenn er mit seinem ungepatchten MSIE 6.0 den Fortschritt verfolgt. Du bist ständig am Tippen und am Hochladen und kommst nicht mal dazu, nebenbei einen Kartoffel-Chip zu verdrücken oder die lästige Fliege zu verscheuchen, die sich an der Wärme deines Monitors ergötzt. Dabei hörst du den Kunden genüßlich was Essen/Trinken/Rauchen (wasauchimmer), während er mit unpräzisen Anweisungen den Webdesigner quasi fernsteuert. Mach das mal eine Stunde und du bist fertig, wie nach einem kompletten Arbeitstag.

Anfänger kriegen das gar nicht mal hin; fühlen sich unter Druck gesetzt oder über die Schulter geschaut. Deshalb werde ich vom nächsten Kunden, der "Real-Time-Webdesign" möchte, auch etwas extra nehmen. Schließlich gab's die Mayo auf die Pommes auch mal umsonst, bis irgendwer auf die Idee kam, dafür extra Kohle zu nehmen ;-)

Wozu brauchst du dann meine Handynummer?

26 July 2007
Meine Bank war nicht verlegen, mich zu gegebener Zeit nach meiner Handynummer zu fragen. Jo, Hausanschluss reichte nicht, die Handynummer sollte es sein ("ähm ... öhm ... wo wir Sie tagsüber erreichen können"). Also gab ich ihn heraus, den direkten Draht zu mir.

Monate später, nämlich vorgestern, will ich mal was von meiner Bank. Der Herr Bankologe am Telefon berät und verkauft mir vollmundig eine Serviceleistung seiner Bank. Ich sage "Ok, gut. Ich bin nur gerade unterwegs und kann nichts notieren. Schicken Sie mir Ihren Namen und die Infos bitte nochmal kurz per SMS. Sie haben ja meine Handynummer." Er verspricht halbmundig: "Ähm ja, mach ich."

Tut er natürlich nicht, sondern lässt sich am nächsten Tag hinterhertelefonieren. Ich: "Ich dachte, sie wollten mir eine SMS schicken?". "Äääh .. wir haben keinen SMS-Service." meint er argumentieren zu können und verscherzt es sich damit so richtig bei mir. "Wie? In der gesamten Filliale gibt es keine Mitarbeiter mit Handy?" frage ich mit unterdrücktem dicken Hals. "Wir haben keinen SMS-Service" wiederholt er nur wie ein Bankautomat.

"Und das in einer Bank in einem G8-Staat im Jahre 2007 ..." (mein Lieblingsspruch dieses Jahr) und fahre fort "Ok, Sie veranlassen bitte umgehend die Löschung meiner Handy-Nummer aus ihren System. Allen Systemen. Und bestätigen mir dies schriftlich."

Hinzu kommt nämlich noch, dass, wann immer ich um einen Rückruf bitte, wenn mein Sachbearbeiter mal nicht erreichbar ist, dieser sich mit unterdrückter Rufnummer bei mir meldet. Dies ist keine adäquate Nutzung meiner Handynummer, zumal, wenn nicht mal ein "SMS-Service" verfügbar ist.

Diese Löschanweisung gibt es natürlich nochmal schriftlich von mir; da bleib ich stur.

Bahn fahren wird immer schöner

20 January 2007
... zumindest in meiner Ex-Heimat Köln und Umgebung. Bezüglich Essen & Trinken gibt es jetzt eine subtile Differenzierung, was geht und was nicht. Und für 2,10 Euro gibt es eine Miami-Vice-Show vom Feinsten. (beides via lawblog).

Nur endlich mal den Fahrplan in über 80% der Fälle einzuhalten ... das scheint noch keine Priorität bei der Entscheidungsfindung zu genießen.

Notebook-Festplatte abgeschmiert

19 January 2007
Musste wohl auch mal wieder sein, so'n HD-Crash. Hab heute den ganzen Tag neuinstalliert, mails und so beantworte ich morgen. Diesmal habe ich aber die Gelegenheit wahrgenommen und beim Partitionieren der neuen Platte ext2 als Dateisystem benutzt. (3 mal darf man raten, warum). Und ich bin wieder zurückgeswitcht. Von KDE zu Gnome ;-)

Immer Recht behalten

14 January 2007
... ist meist nur eine Sache der Rhetorik. Interessanter Artikel dazu: Kunstgriffe (Schopenhauer)

Ich denke, die meisten Diskussionen könnten wegen illegitimen Gebrauchs dieser Kunstgriffe für ungültig erklärt werden ;-)

Aristoteles wusste schon vor über 2300 Jahren:

Die einzig sichere Gegenregel ist daher die, welche schon Aristoteles im letzten Kapitel der Topica gibt: Nicht mit dem Ersten dem Besten zu disputieren, sondern allein mit solchen, die man kennt und von denen man weiß, dass sie Verstand genug besitzen, nicht gar zu Absurdes vorzubringen und dadurch beschämt werden zu müssen, und um mit Gründen zu disputieren und nicht mit Machtsprüchen, um auf Gründe zu hören und darauf einzugehen und endlich, dass sie die Wahrheit schätzen, gute Gründe gern hören, auch aus dem Munde des Gegners und Billigkeit genug haben, es ertragen zu können, Unrecht zu behalten, wenn die Wahrheit auf der andern Seite liegt. Daraus folgt, dass unter Hundert kaum Einer ist, der wert ist, daß man mit ihm disputiert.
Kunstgriffe (Schopenhauer)


Kaputtes Wetter

09 January 2007
Es ist der 09.01.2007 und wir haben heute windige 14°C (ohne Minuszeichen davor) in Ostfriesland und 2 Moskitos in der Wohnung.

Schalte Prozessor einen Takt runter

27 December 2006
... so ca. bis zur zweiten Januar-Woche. Ich bin zwar (für echte Notfälle) weiterhin erreichbar, aber nicht für Fälle, um z.B. euer neustes Gadget, dass ihr zu Weihnachten geschenkt bekommen habt, in Betrieb zu nehmen oder vergessene Account-Passwörter zwecks einer Neu-Installation zu resetten oder zu rekonstruieren ;-)

Meinen Rechner boote ich zur Zeit nur, um ein neues Computerspiel zu zocken, oder vielleicht ein paar Blogs zu lesen. Auf E-Mails-Abrufen habe ich so wenig Bock, wie noch nie. Auf das Beantworten noch weniger (private mails natürlich ausgeschlossen).

Den ganzen Vorweihnachtsstress kann ich ja verstehen, aber kommt mal bitte so langsam wieder runter ... jetzt ist die Zeit zum Leben und Regenerieren und nicht "um noch schnell etwas vor Silvester zu Ende zu kriegen".

[Disclaimer: Mit diesem Eintrag ist kein Uçkanium-Leser hier gemeint. Er wurde nur als Referenz online abgelegt und wird besonders hartnäckigen Stressern in Form eines einzigen Permalinks in der Antwort-E-mail um die Ohren gepfeffert.]

Geiz ist ungesund

21 September 2006
Gestern Abend waren wir Döner essen. Der Dönerladen hatte eine Art aufgemotzte "Herkunftsurkunde" für das Fleisch vor dem Tresen hängen. Als ich das sah, musste ich lachen und habe gesagt: "Sie können das Wort Gammelfleisch bestimmt nicht mehr hören ..."

Döner-Man: "Ja, wir haben das hier freiwillig aufgehangen, um die Gespräche zu diesem Thema etwas zu reduzieren."

Und dann begann mit dem Döner-Man und einem der anwesenden Chefs (ein Grieche) ein lockeres Gespräch über Gammelfleisch und vor allem um Konsumverhalten. Die Quintessenz war: Wir sind in einem Preiskampf. "Qualität"? Nein, nur auf den Preis kommt es an.

So ein Schwachsinn, sagte ich. Die Leute wollen doch gutes Fleisch essen und dafür bezahlen sie auch. Nix da, denkste. Die bezahlen nicht. Die wollen ihren Döner für 2,50. Ich sagte: Ich würde für den Döner auch 10 Euros zahlen, wenn er nur endlich so schmecken würde, wie in der Türkei. Der Chef sagte: "Mein Partner denkt darüber nach, ob er den Döner nächstes Jahr 50 cent teurer macht, wegen der 19% MwSt-Erhöhung. Aber er hat Angst, dass ihm dieser Preis das Genick bricht." Jo, "König Kunde" würde wegen 50 cent zum noch billigeren Konkurrenten laufen.

Das deckt sich mit den Aussagen aus dem Buch "König Kunde ruiniert sein Land" von Bernhard Pötter (kann ich sehr empfehlen). Die Hauptaussage darin ist, dass der deutsche Konsument zwar vollmundig vespricht auf Qualität, Nachhaltigkeit und die Umwelt zu achten, wenn man ihm einen Fragebogen oder ein Mikrofon vor die Fresse hält, beim realen Einkauf aber letzten Endes nur auf den Preis schaut.
Beispiel: Vor Jahren sagten Verbraucher, dass sie auch Windenergie nutzen würden, wenn sie zur Verfügung stände. Jetzt gibt es mehr Windenergie auf dem Markt, als Nachfrage da ist und in naher Zukunft wird es deshalb kaum noch (oder zu wenig) Anbieter für Windenergie geben.

In Berlin tobt der härteste Preiskampf unter den Döner-Men. Für 1,50 soll es da schon was auf die Hand geben. Unser (ostfriesische) Döner-Man dazu: "Ja, was meinst du, kriegst du für 1,50? Hochwertiges Fleisch? Das ist zu 80% nur Paniermehl." Die Gefahr lautet also nicht immer "Gammelfleisch".

Für mich deckt sich das derzeitige Verteufeln der Fleischanbieter keinefalls mit dem Anspruch, den "aufgeweckte Konsumenten" verbal oder in Marktforschungsinterviews zu Tage bringen. Dem Argument, die Leute hätten immer weniger in der Tasche, glaube ich nicht. Weniger als in den (vollen und reichen) 70'er und 80'er-Jahren vielleicht, ja. Aber nicht so wenig, dass Deutschland nicht als reiches Land gelten würde. Es ist genug Geld für aktuelle PKW-Modelle, Markenklamotten und regelmäßigen Urlaub drin ... da soll es für das Essen nicht reichen?

Es ist einfach nur Dummheit. Oder das Setzen von falschen Prioritäten. Der aufgeklärte Mensch von Heute weis, dass in einem System, in dem es nur um den Preis geht, die Qualität auf der Strecke bleibt. Also was soll das ganze Theater auf einmal? In diesem Markt haben Lebensmittelhersteller, die auf Qualität setzen, einfach keine Chance. Die logische Folge ist Gammelfleisch oder Fleisch mit zuviel Antibiotika. Da sollen bessere Kontrollen etwas ändern? Wie naiv. Qualitätsanspruch könnte die Lage langfristig ändern, aber dazu sind wir ja zu geil geizig.

Gefräßiger Googlebot

18 September 2006
Während man eine Site herstellt, ist man meist sein einziger Besucher. So war es zumindest einmal. Heute kommt der Googlebot öfter vorbei und durchwühlt mehr Seiten in einem 2-Tage-alten und noch-kaum-veröffentlichten Projekt, als der daran bastelnde Webworker selbst.

gbot.png

Copy Link Name and Text

14 September 2006
Endlich finde ich mal eine Firefox-Erweiterung, die einen Link mitsamt HTML-Code kopieren kann: CoLT

Das Ding kann auch andere Link-Codes (BBCode, Wikipedia) und erlaubt benutzerdefinierte Formate. Sehr gut ... spart dem Publisher viele wertvolle Sekunden.


colt.png

Gegen Brennesseln hilft Yoghurt

29 June 2006
... habe ich gerade wieder bestätigen können. Wenn man, wie ich, vom Gartenstuhl umkippt und sich in einen prachtvollen Strauß Brennesseln legt, sollte man etwas Yoghurt draufschmieren und gut iss.

Mann-mann-mann, ist gut 20-22 Jahre her, dass ich so ne Aktion gebracht habe ...

Wer selektiert hier wen?

15 June 2006
Verständlich, der Ärger

meine kritik bezieht sich auf den offensichtlich gewollten verzicht von nicht-windows-benutzern.


als Linux/Mac-user fuehle ich mich dahingehend diskriminiert, es als voraussetzung vorgelegt zu bekommen, software aus dem dekadentenhaus microsoft installiert haben zu muessen, gar entsprechende hardware gekauft zu haben.


ich erlaube mir dies, wenn auch ueberspitzt, mit unbegruendetem rassenhass/-selektion zu vergleichen.


Rassenhass und -selektion - zietiert vom WWWorker


... aber im letzten Absatz verhaut er etwas den Vergleich. Nicht die Hersteller selektieren, sondern der Konsument. Wird Zeit, dass sich "König Kunde" dessen wieder bewusst wird ...

Frechheit - Datendreck auf Neu-PC

10 June 2006
Als ob das vorinstallierte Windows nicht schon genug wäre ... habe heute ein Notebook "bearbeitet", auf deren Festplatte die Hersteller 2,5 GByte (!) an Datenmüll geschaufelt haben. Demoversionen, Provider-Zugänge, Alpha-Versionen von Games zum Freischalten, Probezugänge für unbekannte und unnötige Musikeinkaufsportale und Werbedreck ohne Ende.

Oh Mann ... zu Windows95-Zeiten haben wir uns noch über den überflüssigen Compuserve-Zugang aufgeregt ...

Der einfachste Tipp: Kabel checken

26 May 2006
"Friert der Rechner plötzlich ein
könnte ein Festplattenkabel lose sein"

Manchmal vergisst man die einfachsten Tipps ...

Notiz an mich: Kürzere Sätze

28 April 2006
Ich muss mir angewöhnen, kürzere Sätze zu schreiben. Nicht nur im Netz, auch allgemein. Spagetti-Sätze mit vielen Kommas sind blöd. Und nicht wirklich accessible. Ok, man kann damit auch übertreiben, wenn man gar keine Kommas mehr benutzt. Aber länger als im vorherigen Satz sollten Sätze nicht sein.

Viele Wörter können ersatzlos gestrichen werden, ohne dass sich die Bedeutung des Satzes ändert. Viele Nebensätze kommen besser als Hauptsatz rüber.

Deshalb: Kürzere Sätze antrainieren. Danach schauen wir uns eventuell nochmal die Problemfelder Rechtschreibung und Grammatik an.

Ist das jetzt Minimalismus? Extremismus? Oder was für ein Ismus, Herr Ismus-Experte ;-)

Gib deinem Immunsystem eine Chance!

26 April 2006
Ok, multiplizieren wa das mal:

UNICEF Aids-Kampagne
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