Flow im Webdesign

17 December 2007
Alistapart nimmt sich diesen Monat eines der "new school usability"-Themen im Webdesign an: Designing For Flow. Gemeint ist hier das Flow-Erlebnis aus Mihaly Csikszentmihalyis Buch.

Das ist ein Thema, über welches wir mit Kollegen in letzter Zeit immer öfter diskutieren. Und zwar immer dann, wenn einer mit der (old school-) Masche "don't make me think" oder "keep it simple, stupid" (kiss) ankommt. Diese Usability-Prinzipien werden heut zu Tage als wichtigstes Prinzip für den Erfolg eines Web-Projekts angesehen. Dabei haben sie nur auf einer speziellen Ebene Gültigkeit. Das KISS-Prinzip möchte unnötige Komplexität vermeiden; stellt sich also die Frage, welcher Grad an Komplexität nötig ist ...

Komplexität kann nötig sein, um dem User z.B. ein Erfolgserlebnis zu bescheren, oder - wie es der Alistapart-Artikel ausdrückt - dem User neue Entdeckungen in der Site/der Anwendung zu ermöglichen. Ich sehe es sogar so, dass in erfolgreichen Web-Projekten immer mindestens 5 bis 10% der Dinge oder Features unentdeckt sein sollten bzw. dass immer ein gewisses Potential existieren sollte, damit der User noch etwas zu entdecken hat, wenn er Bock darauf hat. Das können Features sein, das können aber auch einfach nur Inhalte sein. Eine Web-Anwendung wird immer dann schnell langweilig, wenn man sie bereits nach wenigen Tagen oder Wochen vollständig erfasst und durchschaut hat. Sie wird aber auch frustierend, wenn darin es mehr Unbekanntes als Bekanntes gibt.

Hierbei die richtige "goldene Mitte" zu finden, macht eine erfolgreiche User Experience aus.

Comments

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  1. ham: KISS/Flow - schoene Gegenueberstellung! Muss jedoch kein Gegensatz sein. Vielleicht hat KISS eher was mit Interaktionsgestaltung und Flow eher was mit dem Content zu tun? Die Massgabe, dass es immer noch etwas zu entdecken gibt, was nicht entdeckt werden muss: nie verkehrt. Ist doch bei Sites mit dynamischen Content quasi-automatisch so, hehe... -- UX = goldene Mitte? Kein schlechter Claim. Aber weich, sehr weich. IMHO kann eine Web-Anwendung dann erfolgreich werden, wenn 'man' sie zu etwas brauchen kann. Sie wird genau dann erfolgreich, wenn 'man' sie wirklich braucht. Und da darf die Handhabbarkeit (wie Old-Schooler sagen) sogar ineffizient sein, solange sie zum Ziel fuehrt. So fliesst ein maechtiger Fluss in der/die eBucht;)

  2. alp: Absolut richtig. KISS gilt eigentlich immer auf der Micro-Ebene, also wenn es um einzelne Funktionen geht. Die sollten immer simpel, erlernbar, vorraussehbar etc. sein.

    Die Gegenüberstellung KISS - Komplex/Flow meinte ich eher auf der Makro-Ebene. Wenn man die Site oder die Anwendung im Ganzen betrachtet. Das habe ich beim schnellen Bloggen nicht so herausgearbeitet.

    Über Google wird ja auch immer gesagt, die Anwendung konzentriere sich nur auf einen Zweck. Aber in Wirklichkeit gibt es da auch immer wieder etwas zu entdecken und es ist mehr, als eine einfache Suchfunktion.


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