Real-Time-Webdesign

26 August 2007
Es gibt (nicht wenige) Kunden, die stehen drauf, wenn sie dem Webdesigner über Telefon oder Chat Anweisungen geben und den Fortschritt im Design fast in Echtzeit betrachten können. Meist sind das Kunden, die nicht genau wissen, was sie wollen und geben daher komische Anweisungen wie "Mach das mal weiter rechts" oder "Und wie sieht's mit 'nem grünen Rahmen aus?" oder "Geht der Rahmen oben auch etwas dicker?". Während dessen sitzt du als Markup-Buttler am anderen Ende der Leitung, hackst deinen Markup in den Editor, überträgst es per FTP/SCP auf den öffentlichen Server und sagst zwischendurch "Lad mal neu" (und schwitzt dabei auf die Tastatur).

Das nenne ich Hardcore-Design-Service. Besonders wenn er mit seinem ungepatchten MSIE 6.0 den Fortschritt verfolgt. Du bist ständig am Tippen und am Hochladen und kommst nicht mal dazu, nebenbei einen Kartoffel-Chip zu verdrücken oder die lästige Fliege zu verscheuchen, die sich an der Wärme deines Monitors ergötzt. Dabei hörst du den Kunden genüßlich was Essen/Trinken/Rauchen (wasauchimmer), während er mit unpräzisen Anweisungen den Webdesigner quasi fernsteuert. Mach das mal eine Stunde und du bist fertig, wie nach einem kompletten Arbeitstag.

Anfänger kriegen das gar nicht mal hin; fühlen sich unter Druck gesetzt oder über die Schulter geschaut. Deshalb werde ich vom nächsten Kunden, der "Real-Time-Webdesign" möchte, auch etwas extra nehmen. Schließlich gab's die Mayo auf die Pommes auch mal umsonst, bis irgendwer auf die Idee kam, dafür extra Kohle zu nehmen ;-)

Comments

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  1. fwolf: hinweis: in deinem feed ist DIESER eintrag 5 mal drin - bug beim editieren? wird da der timestamp aus irgendeinem grund immer neu geschrieben oder so?

    cu, w0lf.

  2. alp: Hmm, keine Ahnung was da los war. Oder vielleicht doch: Ich hab diesen Eintrag ausnahmsweise mal von einem Windows-Rechner aus geschrieben ;-)

  3. efendi: "Real-Time-Webdesign" ist ein gelungener Begriff. Habe ich zehn Jahre gemacht, dann aufgehört - hatte aber andere Gründe.


    Selamlar

  4. Boris: Am meisten Spaß macht das doch, wenn es um Subpixel-Schiebereien geht.

    "Könnten wir (wir!) das Bild noch eine Winzigkeit nach oben schieben. Nicht mehr als vielleicht einen viertel Millimeter. ... Und dann diese Überschrift noch minimal kleiner, damit sie nicht so breit läuft. das sieht nicht so schön aus. ... Und dann den Rahmen noch etwas niedriger machen, bei mir läuft der nämlich hier ganz knapp unten aus dem Bildschirm raus. Und damit der Rahmen in dem anderen Browser genauso hoch ist, können wir da was mit Javascript machen?"

  5. alp: Genau so, Boris, genau so!


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