Meister oder Mechaniker?

Als ich von der neuen Reihe von "Vorsprung durch Webstandards" las, kam mir automatisch ein alter Artikel aus evolt.org in den Sinn: Web Mechanics or Web Masters?

For me, when I hear a mechanic start telling me about all the stuff wrong with my car, I just start hiding my wallet. His recognition of failure in others does little to calm me, or to impress me.

Dass die meisten Websites nicht so modern und standard-treu sind, wie unsere XHTML-Blog-Templates, hat einen einfachen Grund:

Web sites - like our well-oiled vehicular carriages - are complex beasts, and it takes complex people with complex skills to tame them. Many clients simply don't have the budget for perfection.

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Comments

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    Michael: »Many clients simply don’t have the budget for perfection.« Ich würde eher sagen, ihnen fehlt das Verständnis dafür, was wichtig und was unwichtig ist. Und wenn man nicht sehen kann, warum die teurere Alternative besser ist, greift man zur billigeren.

  2. 2

    Jens Grochtdreis: Was soll mir das sagen? Neuwagen sind doch auch komplexe Biester und sie funktionieren! Und warum? Weil die Leute, die sie zusammenbauen bzw. deren Zusammenbau planen, Ahnung von ihrem Job haben. Und sie forschen und entwickeln sich weiter.

    Die Analogie hinkt, denn die von Timo Wirth angeprangerte Seite ist gerade nicht von jemandem erstellt worden, der sich auf der Höhe der Zeit befindet. Es ist eher so, als wär die Seite in einer Fabrik des alten Ford-T-Modells erstellt worden. Den kann man dann schlecht als Ka-Variante verhökern. In unserem Falle hat dies jemand getan. Wieder ein Minuspunkt für den hinkenden Vergleich.

    Egal wie man es vergleicht: schlechte Arbeit bliebt schlechte Arbeit!

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    alp: Die Analogie findet man im Verhalten des Mechanikers. In der Art, wie respektvoll oder respektlos er sich gegenüber der Arbeit seiner Vorgänger/Kollegen verhält. Nicht in der Frage, ob eine Arbeit als gut oder schlecht zu beurteilen ist.

    Und wer sagt eigentlich, dass Focus Online nicht "funktioniert" (ich meine im weitläufigeren Sinne für seine Betreiber)? Sie validiert nur nicht.

  4. 4

    Iris: "In der Art, wie respektvoll oder respektlos er sich gegenüber der Arbeit seiner Vorgänger/Kollegen verhält."

    Vielen Dank Herr Uçkan, endlich mal eine professionelle Aussage in dieser Diskussion!

    @Jens: Mal ein paar deutliche Worte von mir an Dich und Deine Webkrauts (denen Du natürlich keine besondere Bedeutung beimessen musst, da ich noch zu den Freizeitentwicklern und Privatleuten gehöre, die ja Deiner Ansicht nach nicht zwangweise verstehen müssen, was Du als professioneller Webentwickler tust ;o).

    Was das Web m.E. nicht braucht, ist eine Webstandards-Polizei. Sowas finden Leute wie ich, die Websites aus Spaß an der Sache bauen, nämlich gar nicht witzig. Initiativen motivierter Privatentwickler waren und sind es aber, die Webstandards überhaupt erst populär gemacht haben. Es ist die sogenannte 'breite Masse', die den Empfehlungen des W3C überhaupt erst genügend öffentliche Aufmerksamkeit verschafft, dass über Kurz oder Lang auch professionelle Entwickler nicht mehr daran vorbei kommen werden. Wenn die User auf immer mehr privaten Internetangeboten mit der 'neuen Qualität' von Websites verwöhnt werden, werden sie die auch von den kommerziellen Anbietern erwarten. Denn es gilt nach wie vor: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler ;o).

    Das W3C ist kein Gesetzgeber sondern eine Initiative, die jene, die das Internet machen, erst mal vom Sinn und Nutzen ihrer Empfehlungen überzeugen muss. Und das gelingt bestimmt nicht mit 'Fußtruppen', die sich als Netzbeschmutzer der Webdesign-Branche betätigen. So macht man sich nicht beliebt und so wirbt man nicht für eine gute Sache.

    Im übrigen kann eine derartige Frontenbildung sehr schnell auf Dich selbst zurückfallen. Beispiel gefällig? Nun, jemand der auf seiner eigenen kommerziellen Webpräsenz nicht mal valides CSS vorweisen kann, sollte imo nicht so leichtfertig mit Schimpfworten wie 'Amateure' und 'Dilletanten' um sich werfen ;o).

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    Jeena Paradies: Wobei das CSS nicht das einzige ist was nicht validiert ...

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    Jens Grochtdreis: @Iris: Ich plädiere nicht für eine Webstandards-Polizei und ich verachte nicht Hobby-Webentwickler. Du verdrehst bewußt oder unbewußt meine Aussagen. Ich sage nur, daß ich an Profis Ansprüche anlege, die ich gegenüber einenm Freizeit-Entwickler nicht habe. Das W3C mag in Deinen Augen ein freiwilliges Kaffekränzchen von Informatikern sein. Es sind aber die Regeln des W3C die für die Dokumente gelten, die im Internet veröffentlicht werden. Sie haben keinen Gesetzescharakter, ansonsten wären die IE-Entwickler und die Entwickler von Netscape 4 allein wegen Beihilfe zum Gesetzesbruch schon im Gefängnis gewesen.

    In meinen Augen ist es richtig, sich so weit wie möglich an den Richtlinien des W3C zu orientieren, das sind die sog. Standards. So weit wie möglich, weil uns sowohl Browser als auch Tools (CMSe) meist nicht die Chance lassen, uns hundertprozentig nach den Standards zu richten. Man erkennt aber sehr wohl, ob man sich bemüht hat oder nicht.

    Ich habe auch nie behauptet, daß ich ein Validitätsfanatiker wär. Es ist aber ein gewaltiger Unterschied zwischen dem schlechten Code von Focus, der jegliches Verständnis für den Sinn von HTML und CSS vermissen läßt (jedenfalls die gezeigten Ausschnitte) und dem Code, den ich in meinem Blog oder meinen privaten Seiten habe.

    Und Iris, ich bin sleber gerne Blogger aber Du solltest noch einmal nachdenken, wer denn bitteschön Standards populär gemacht hat und viele Ideen in die Menge geworfen hat. Hobbyblogger? Das meinst Du nicht ernst? Du bist also der Auffassung, daß Molly Holzschlag, Eric Meyer, Dave Shea und wie sie alle heissen, Hobbyblogger sind? Nein! Das sind wirkliche Profis. Von dieser Art Profis, die auch ein Vorbild für andere sind, haben wir leider niemanden in Deutschland. Die vielen Schüler und Studenten und Zivis, die in Deutschland bloggen haben aber im seltensten Falle etwas eigens und schon gar nicht etwas wirklich sehr originelles angestossen. Den ZenGarden hättest weder Du noch ich jemals realisiert. Und: mit den heutigen Blogsystemn kann jeder Halbidiot eine valide Seiten hinzaubern.

  7. 7

    Anonymous: "Und Iris, ich bin sleber gerne Blogger aber Du solltest noch einmal nachdenken"

    Du wirst es nicht glauben, aber das tu' ich sogar öfter ;o).

    "wer denn bitteschön Standards populär gemacht hat und viele Ideen in die Menge geworfen hat. Hobbyblogger? Das meinst Du nicht ernst?"

    Nein, und das schrieb ich auch nicht. Du solltest vielleicht einmal lesen ;o). Ich schrieb motivierte Privatentwickler. Private Webentwickler gab es nämlich schon lange bevor es Blogger gab - ebenso wie es Webstandards schon viel länger gibt, stell Dir das vor.

    "Es ist aber ein gewaltiger Unterschied zwischen dem schlechten Code von Focus, der jegliches Verständnis für den Sinn von HTML und CSS vermissen läßt (jedenfalls die gezeigten Ausschnitte) und dem Code, den ich in meinem Blog oder meinen privaten Seiten habe."

    Tja, ich hatte als Beispiel aber nicht das CSS von Deinem privaten Blog genannt sondern das von Deinem 'Webdesign-Angebot'. Wo ist denn da der 'gewaltige Unterschied'? O.K., ich gebe zu, Focus ist wahrscheinlich doch ein wenig bekannter ;o).

    "Du bist also der Auffassung, daß Molly Holzschlag, Eric Meyer, Dave Shea und wie sie alle heissen, Hobbyblogger sind?"

    Nö, hab' ich das gesagt? Aber ich möchte fast wetten, dass die alle mal als private Webentwickler angefangen haben. btw wieso schiebst Du eigentlich dauernd diese Namen vor Dir her? Hast Du keine eigene Meinung? Oder ist die nicht 'professionell' genug? fg

    "Von dieser Art Profis, die auch ein Vorbild für andere sind, haben wir leider niemanden in Deutschland."

    Woher weißt Du das? Vielleicht hast Du sie bisher nur noch nicht gefunden. Und das wirst Du auch nicht, wenn Du dauernd die selben Idole anhimmelst und nur dem Beachtung schenkst, was aus ihrer Tastatur kommt. Ich für meinen Teil brauche gar keine Idole. Ich nehme mir einfach überall das Wissen mit, was mich überzeugt und was ich für mich gebrauchen kann - egal von wem es kommt. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass es mich wenig bis gar nicht juckt, wenn Du mir irgendwelche Namen vorbetest. Ich habe nämlich nicht die Absicht, mich im Schatten des selbstgestrickten oder angedichteten 'Ruhmes' anderer Leute zu sonnen. Das finde ich langweilig. Hier ist nämlich Internetz, weißt Du. Hier mach' ich, was mir passt - getreu dem Motto: Everyone's a publisher! Das wirst Du vielleicht gar nicht mehr kennen. Den Spruch gab's nämlich auch schon, bevor Deine Idole auf den Plan traten ;o).

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