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Einem Betrüger aufgesessen
Im Juni hatte ich einen Kunden, der gleich mit 2-3 Aufträgen auf mich zukam (Website, Etiketten, etc.). Er hat mich insgesamt 6 Wochen beschäftigt (natürlich nicht Vollzeit, aber täglich einige Stunden zwischendurch).
Nun ... wir haben, zusammen mit einem Subunternehmer, einen super Job hingelegt. Wir waren schnell und präzise und der Kunde war vom Ergebnis begeistert. Es gab einen unaufschiebbaren Fertigstellungstermin, weil die besagte Website in einem ziemlich bekannten Boulevard-Magazin vorgestellt/veröffentlicht werden sollte.
Dann wurde die Rechnung gestellt. Ich hätte nie erwartet, dass es damit Probleme geben würde, denn der Kunde war (seinen Angaben nach) ein großer Fisch in der Immobilienbranche, hat ein Riesen-Haus in DE und ein Ferienhaus in Holland und trat auch sonst eher großkotzig, denn bescheiden auf.
Aber das Geld kam nicht. Auch sonst kein Lebenszeichen. Es war die ganze Zeit mucksmäuschenstill. Also wurde der übliche Weg eingeschlagen (Emails, Mahnung, Anwalt, Gerichtsvollzieher). Heute höre ich von meinem Anwalt, dass der Kerl amtlich bekannt ist und der Gerichtsvollzieher ihn wohl öfters besucht. Er hatte anscheinend schon den Finger gehoben, als er mich beauftragte, was ihm jetzt zumindest eine Anzeige wegen Betrugs einbringen wird.
Tja, sowas passiert wohl irgendwann, wenn man Freiberufler ist. Der Schaden ist nicht gerade gering. Der Subunternehmer ist bezahlt und mein Anwalt kriegt natürlich auch noch was. Kann man es mir übel nehmen, wenn ich größere Aufträge in Zukunft nur noch gegen Vorkasse mache?

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Helmut: Vielleicht etwas an Männchen-Kenntnis dazugewonnen. Die allzu selbstbewußt (großkotzig) auftretenden Menschen scheinen für mich immer etwas verbergen zu wollen. Beispiel: Du stehtst in einer Kneipe an der Theke und hörst die das Gelaber über das jeweilige Einkommen an. Nach jedem Bier wird das Gehalt größer. Wahrscheinlich steht vor der Kneipe noch ein Auto mit zerfledderten Wischerblättern und Slicks (profillose Reifen).
Gruß Helmut aus Bonn
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dee: Oh Mann. Das tut mir wirklich ernsthaft leid, Alp. Was ne Scheiße.
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Marcus: Das darf doch nicht wahr sein. Und dann noch einer von der offenbar gänzlich schmerz- und merkfreien Sorte.
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marcoo: Ich habe nach einer ähnlichen Erfahrung einen Kunden bei der Abwicklung um Vorkasse gebeten. Das Ende war das er mir erklärt hat es wäre für Ihn nicht hinnehmbar. Er hat mir erklärt das er mit keiner Firma Geschäftsbeziehung pflegen möchte die nicht den Ausfall einer Rechnung verkraften können. Ich habe das irgendwie verstanden. Seine Rechungnen hat er vorher immer pünktlich bezahlt.
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alp: Natürlich nur bei Neukunden, über die man gar nichts weiß. Bei größeren Projekten ist es auch üblich, zwischendurch Zahlungen zu vereinbaren. Zumindest werde ich mir jetzt vorher 'ne Schufaauskunft einholen.
Er hat mir erklärt das er mit keiner Firma Geschäftsbeziehung pflegen möchte die nicht den Ausfall einer Rechnung verkraften können.
Das ist ein Witz, wenn ich ansehe, wie Firmen und Branchen sich absichern, nur um keinen einzigen Cent zu verpassen. Da werden Minimarkets kameraüberwacht, Schufaauskünfte bei popeligen Handyverträgen eingeholt und wenn du in Köln ne Wohnung suchst, darfst du dich datenschutztechnisch komplett einmal ausziehen (auch wenn du die Wohnung nicht kriegst).
Nee ne, soll mir keiner mit solchen Drückerargumenten kommen.
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ralph: Sehr sehr aergerlich, sowas! Wir sichern uns ein wenig ab, indem in unserer AGB steht, dass mit Auftragsbestätigung 25 Prozent der Auftragssumme fällig wird, nach weiteren sechs Wochen - vor allem, wenn der Kunde verzögert - werden weitere 25 Prozent fällig. So wären wir nicht ganz die Betrogenen, wenn wir wie Du gut gearbeitet hätten und kein Geld sehen würden.
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BloggingTom: Wirklich mühsam... Wir verlangen, wie ralph, eine Anzahlung von 30% bei Auftragsbeginn (zumindest bei Neukunden). Und eigentlich hat sich noch keiner wirklich darüber beschwert...
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Markus: Bahh, das kann einem wohl arg die Lust an der Arbeit verderben.
Jörg und ich sagen uns auch bei jedem Neukunden, daß Vorkasse nicht falsch wäre. Aber da neue Auftraggeber idR. aus dem Firmenumfeld meines ehem. Arbeitsgebers stammen, kennt man die Leute ja "so irgendwie". Und ich warte nur darauf, daß wir uns mit dem Gedanken mal ganz kräftig in die Nesseln setzen.
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rob: Hi Alp.
Ja, so etwas kenne ich auch. Das kennt wohl leider jeder, der in diesem Bereich arbeitet.
Da habe ich schon einige ganz schräge Dinge erlebt und es ist halt auch bei mir schon vorgekommen, daß ich mal umsonst gearbeitet habe.
Ich wünsche Dir alles Gute, wenn das vor Gericht geht. Das Dumme ist ja, daß Du kein Geld bekommst, falls da nichts zu holen sein sollte.
Einen Prozess gewinnen ist die eine Sache. Aber falls der Kerl pleite sein sollte, kann man ewig auf sein Geld warten.
In jedem Fall wünsche ich mir für dich und für alle anderen Webworker, daß der Kerl schön eins reingewürgt kriegt... (Also, daß Du wenigstens deine Genugtuung bekommst, wenn es schon keine Knete gibt.)
Trotzdem werde ich nicht nur gegen Vorkasse arbeiten. Das halte ich für keine geeignete Lösung.
Das würde ich mir an deiner Stelle noch mal genau durch den Kopf gehen lassen.
Gruß, rob
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Mustafa Bakrac: Hallo Alp, ich habe gemeinsam mit Dir an der Front gekämpft. Ich weiß bescheid.
Nachdem mir so etwas auch schon passiert ist, hängt jetzt ein Schild in meiner Kanzlei mit den Worten " ohne Vorschuss fange ich nicht an zu Denken".
Leider sind einige Menschen auf diesem schönen Planeten so unverschämt. Aber ich denke auch, dass jeder seinen Preis irgendwann zahlen wird.
Grüsse aus Köln
RA Mustafa Bakrac
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alp: Hehe, wie RA Udo Vetters Spruch "Ich sage einfach, Sie sind wie ein Cola-Automat. Ohne Geldeinwurf funktioniert nichts.". Ich brauch auch so'n Schild.
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fwolf: sollte ich mir jemals ein büro leisten können (was dank der bösartigen mietpreise in münchen vermutlich auch die nächsten jahre nicht der fall sein wird - aber vielleicht gibts da ja bald abhilfe), such ich mir auch so'n ollen spruch.

Wie wärs z.B. mit: "Wir wollen nicht Ihre Seele, wir wollen nur Ihr Geld", "Ohne Moos nix los", "Hasse nix, kriegste nix!" oder aber "Gib Abzocke keine Chance" - letzteres mit Doppeldeutigkeit.
cu, w0lf.
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Eggerath: Ist mir als Freiberufler auch schon passiert, da hilft halt nichts anderes als Vorauszahlung. Ich wäre an solch einer Sache bald pleite gegangen. Damals habe ich alleine gelebt und es irgentwie überwunden, heute trage ich Verantwortung für ein weitere Lebewesen in meinem Haushalt. Es grüßen Annette und Hund Ricky