Das neue Link-Attribut der Suchmaschinenbetreiber

Die Conversion Rate wird abfallen und der Page Rank wird sich langsamer erhöhen, aber wenn dem fast keine Kosten gegenüber stehen - warum sollten die Spammer dann aufhören?

Da sind Blacklist- oder Captcha-Plugins wesentlich wirkungsvoller - vor allem für Blogger, indirekt aber auch für Google. Bei dieser Lösung profitiert nur Google, denn bei denen werden mit Sicherheit immense Traffic-Kosten durch den Spam anfallen. Man kann das also nur als Zusatzoption für den Spam sehen, der trotzdem noch in das Weblog gelangt. Der Preis ist aber, dass auch sinnvolle Links nicht mehr indiziert werden.

rel="please don't leave your spam here", blogosfear.org, 19.01.2005
Ich fürchte, Thorsten hat damit Recht, denn wie Mark Pilgrim schon sagte: "Spammers don't read blogs; they just write to them." Ich nutze seit Umstieg auf Wordpress im letzten August auch einen Google-Redirect in den Kommentaren, was nicht einen Spammer aufgehalten hat. Ausserdem fürchte ich, dass das rel="nofollow"-Attribut gar nicht so weit implementiert wird, wie die gehobenen Finger der CMS-Hersteller auf Google-Blogs Posting signalisieren. Wenn man bedenkt, wie wenige Leute Sicherheitsupdates fahren oder nicht mal das Standard-Template ändern, werden auch in den nächsten Jahren noch genug CMSe online sein, für die sich die Spammerei lohnt. Aber wenn es wirklich so ist, dass dies nur ein halbherziges Vorgehen ist und hauptsächlich dazu dienen soll, den Traffic bei den Suchmaschinen zu mindern, dann nutze ich doch weiterhin den Google-Redirect. Der vererbt nämlich auch keinen PageRank. Aber vielleicht kommt ja noch ein fetteres Konzept und das war nur mal schnell eine "PR-Lösung" ... [Update 21.01.2005]: Ich denke mittlerweile nicht, dass Traffic eine Motivation für diesen Vorstoß der Suchmaschinenbetreiber war, auch wenn es sicherlich einen positiven Nebeneffekt darstellt. Die Hauptmotivation dürfte eher sein, dass sie damit ihren Index sauberer halten wollen. Und die Blogger/Wiki-/Forenbetreiber sollen dabei helfen. Es hat auch nichts damit zu tun, Blogs besser identifizieren zu wollen, denn dies geht seit langem, wie Nico Lumma schon schreibt. Und ausserdem ist die Anwendungsmöglichkeit dieses Attributs universell und nicht speziell auf Weblogs bezogen. Ich werde dieses rel="nofollow"-Attribut hier nicht einführen, den ich möchte gerne das bisherige binäre semantische Modell von Hyperlinks unterstützen: Link = "Empfehlung, Quelle, weitere Hilfe/Details/Infos" kein Link = "keine Empfehlung, Unterstützung etc." Wenn der Link als solches ein Webdokument bereichert (in welcher Hinsicht auch immer), dann soll sich dies auch in Form einer PR-Vererbung äußern. Anderes schafft nur neue Missbrauchsmöglichkeiten, die neue Konflikte und Ungerechtigkeiten im Netz auslösen. Ferengis, die Linksammlungen aufbauen und den Contenthersteller, auf denen sie ihr Geschäft aufbauen, nicht mal etwas PR vererben wollen; Firmensites, die den Einsatz von rel="nofollow" zur Firmenpolitik erklären etc. ... Dieses Attribut hat ein verstecktes Stresspotential. Ich habe deshalb nun auch den Google-Redirect wieder rausgenommen, denn die Captchas haben bisher sowieso nicht einen Kommentarspam durchgelassen. Also gibt's hier auch wieder etwas zu vererben. Ich finde, PR-Fixierung ist nicht "verbissen". Es ist die Abbildung eines realen Wertes, nämlich "Empfehlung", "Relevanz" und "Nutzen". Auch wenn dies nur ein primitives Modell ist, ist es immernoch besser, als gar keinen Gegenwert zu haben. Und wer von der "Macht der Blogger" spricht, meint unter anderem auch genau das. [Update 23.01.2005]: Garvin zeigt ein Fallbeispiel, welches sehr gut erläutert, warum eine weitflächige Umsetzung des rel="nofollow"-Attributs mehr neue Probleme mit sich bringt, als alte löst. Unbedingt lesen! Thomas Frütel:

Die Kommentatoren bereichern mein Blog mit ihren Kommentaren um Inhalte, die oft mindestens genauso wertvoll wie der eigentliche Post sind. Sie kennzeichnen die Herkunft dieses Kommentares oft mit einem Link zu ihrem eigenen Blog: Seht her, hier gibt es noch mehr von mir zu lesen. Das macht Sinn, und ist eine Information, die man auch den Suchmaschinen nicht vorenthalten sollte. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass ein »gepflegtes« Blog dieses Attribut nicht benötigt, zumindest nicht als Default für die Kommentare. Dass es eine solche Option nun gibt, und dass diese dort umgesetzt wird, wo Spam gedeiht, finde ich dagegen begrüssenswert.

Weitere kritische Stimmen:
Wednesday, January 19. 2005
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Comments

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Ulf Rompe (Homepage) on 2005-01-19 17:04

Ich finde die Lösung mit dem Redirect über Google grottenhässlich. Nicht nur, weil die dadurch entstehenden Links unschön zu lesen sind (ja, ich lese fast jede URL, bevor ich einen Link wirklich anklicke, und ich könnte wetten, das machen auch andere Leute so) und weil dadurch auch die Thumbnail-Vorschau im Firefox ausgehebelt wird, sondern vielmehr, weil dieses Vorgehen auch technisch unelegant ist. Diese blöden Redirects kosten Zeit. Nicht viel, aber genug, um zu nerven.

Dass die neue Variante ohne Redirect propagiert wird, um Traffic bei den Suchmaschinen zu sparen, kann ich nicht glauben. Der entstehende Traffic berechnet sich aus einem sehr kurzen HTTP-Header und dem Umleitungshinweis von ein paar Bytes Länge. Da lachen die drüber, zumal der Rechenaufwand zum Generieren dieser Seiten auch gegen Null geht.

Außerdem sehe ich kein Problem darin, direkte Links auf die Seiten themenbezogener Kommentatoren zu setzen und den Suchmaschinen dadurch zu ermöglichen, die eigene "Blogosphäre" nachzuvollziehen.

Natürlich birgt das immer die Gefahr des Missbrauches. Was ich mir deshalb mal ausgedacht habe, ist die Arbeit mit Black- und Whitelists für derartige Links. Per Default ist dann also jeder erst einmal suspekt und wird nur mit Redirect oder nofollow verlinkt, und wenn er einmal approved wurde, dann landet er in der Whitelist, so dass er zukünftig direkt verlinkt wird. Wer in der Blacklist ist, wird entsprechend gar nicht verlinkt.

Wäre sinnvoll, oder? Umgesetzt habe ich das aber noch nicht, weil ich seit einigen Wochen absolut kein Problem mehr mit Kommentarspam habe (Eine Handvoll regulärer Ausdrücke und das selektive Redirecten von Spammern auf die von ihnen beworbenen Sites hat's hier echt gebracht. Die paar Spams, die noch reinkommen, werden jeweils spätestens nach 7 Minuten vom bayesianischen Filter entsorgt.). Da fehlt mir also der Antrieb. :-)
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alp on 2005-01-19 17:43

Ok, ist ja auch nur Spekulation. Aber wenn's nicht wegen traffic ist, dann um seine eigenen Dienste spamfrei zu halten. In beiden Fällen finde ich es heuchlerisch anzudeuten, den Blogbetreibern wäre damit geholfen.

Das vererben von PR von White/Blacklisten abhängig zu machen, finde ich ne gute Idee. Erhöht aber leider den Admin-Aufwand um eine weitere Approve-Aufgabe.

Ok, es wird immer mehr gespammt ... irgendwo gibt es immer Verluste und jeder zahlt halt (s)einen Preis. Meine "Währung" ist die Zeit, deshalb versuche ich lieber zuerst Lösungen, die die geringste Zeit beanspruchen.

Ich würde also eher den Preis zahlen, pauschal keinen PR in Kommentaren zu vererben, als Link-Whitelisten pflegen zu müssen.
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WWWorker - Sascha Carlin (Homepage) on 2005-01-19 20:54

Mit einem Attribut gegen Comment Spam? Nope.
Dieser schnelle Hack ist keine L�ung sondern gerade mal ein Workaround. Wir sollten die Ursachen bek�pfen, nicht die Symptome. Ma�ahmen gegen Symptome implizieren das man gegen die Ursache nichts tun kann — also geht man dem Motto besser als n...
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augenmerk agenturblog.de (Homepage) on 2005-01-19 21:07

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Lazerte (Homepage) on 2005-01-20 17:37

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nohn.net/blog (Homepage) on 2005-01-20 18:19

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Martin Röll hat recht. Er klärt nochmal kompakt auf was es mit dem neuesten Feature von Google auf sich hat: mit d
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Gerald Steffens (Homepage) on 2005-01-21 16:40

Als alter Hase im SEO-Umfeld finde ich das neue Attribut gut, steigert es doch die Manipulationsmoeglichkeiten ungemein ;-) Als Blogger empfinde ich die Massnahme eher als fruchtlos, denn aehnlich wie Spamfilter keinen Email-Spammer vom Zuspammen eines Postfaches abhalten, so werden die fleissigen Kommentar-Robots sich nicht von diesen Massnahmen aufhalten lassen. Es kostet doch so gut wie nichts einen Robot auf die Reise zu schicken, und wenn auch nur ein paar Seiten ubrigbleiben, die ungeschuetzt sind, so hat der Spammer schon sein Ziel erreicht. Ausserdem kann es nicht schaden seinen Link ueberall abzukippen, es gibt auch noch andere Suchmaschinen die das Attribut nicht in ihren Algorithmus implementieren und so vielleicht selten, aber messbar, fuer den einen oder anderen Besucher sorgen.
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einfach-persoenlich (Homepage) on 2005-01-21 19:26

nofollow - noLinks, noComments, noTrackbacks, noPageRank?
Google, Yahoo & MSN erklären, sie kämpfen seit Mittwoch gemeinsam mit Six Apart und anderen Weblog-Herstellern gegen Kommentar-Spam. Endlich, super, mögen viele zuerst meinen! PR-Gag, Aktion gegen die Kommentar-Spamer oder einfach n...
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pixelgraphix (Homepage) on 2005-01-21 20:32

nofollow
Nachdem das Thema 'rel=nofollow' nun seit einigen Tagen von vielerlei Seiten unter vielerlei Licht beleuchtet wurde, möchte ich es hier nicht auch noch ausführlich tun. Wer sich informieren möchte, kann...
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dwings blog! (Homepage) on 2005-01-22 10:43

rel="nofollow" gegen Spam? Nein Danke!
Eigentlich hört sich das ja nicht schlecht an: Man addet einen einfaches Link-Attribut, Google wertet diesen Link nicht für seinen PageRank und die Spammer geben auf. Denkste!

Für mich hört sich das mehr nach einer PR-Aktion für Google PageRank...
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superBlog (Homepage) on 2005-01-23 19:53

Semantischer Spam
Google revolutioniert das Internet mit dem rel=nofollow Attribut (es ist brigens nur ein Attribut, und kein HTML-Element, wie man vielerorts falsch erf�rt), liest man derzeit in allen Blogs (siehe Alp, , Martin R�l, NoNofollow etc.). Weitere Links ersp
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hessis weblog (Homepage) on 2005-01-25 01:26

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Nach dem Trackback für Textpattern gibt es jetzt endlich auch XML-RPC für Textpattern. Das heißt nun kann man auch mit Weblog-Editoren wie wbloggar oder MarsEdit Beiträge schreiben, was doch sehr angenehm ist. Im Einsatz ist das ga...
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