Navigation zweitrangig aber nicht unnötig
09 January 2005
Die Herren Usabilitologen berichten auf guuui.com mal wieder, dass die Navigationselemente einer Site wenig Beachtung finden, da der "suchende" User (als gäbe es keine anderen User-Typen) sich vornehmlich am mittleren Inhaltsbereich orientiert und Navigationslinks mit zu seiner Suchtask inkompatilen Beschriftungen ignoriert.
Tja, das kommt davon, wenn man zuviel Eye-Tracking betreibt ...
Kristoffer Bohmann sagt ja seit 5 Jahren schon Why Primary Navigation Must Die und demonstriert zeitgleich, dass man damit aber nicht übertreiben sollte. Als ich (für diesen Eintrag) den besagten Artikel nämlich gesucht habe, bin ich von seiner Startseite bohmann.dk (die ich glücklicherweise noch im Kopf hatte) ausgegangen. Da auf der Startseite aber nichts außer Kontaktmöglichkeiten existieren, musste ich Google bemühen, um seine Artikel zu finden. Ich finde, zu so einem Preis sollte man seine Hauptnavigation nicht gerade killen ...
Usabilitologen sind schon kleine Extremisten. Und die Wahrheit, ob man primäre Navigationselemente anbieten soll oder nicht, liegt irgendwo zwischen den beiden Polen "Ja, ganz aufwendig" und "Nein, überhaupt nicht". Seit 7 Jahren beobachten die Usabilitologen also dieses Userverhalten. Tue ich auch, aber nicht nur. Ich beobachte u.a. auch das Uservehalten, dass nicht jeder sofort auf den Back-Button klickt, wenn er die gewünschte Seite/Info nicht vorfindet. Auch bei mir wäre so manche Recherche ins Leere gelaufen, wenn ich immer nur das Suchmaschinen-Interface verwendet hätte. Mit der Back-Klickerei kommt man nämlich in vielen Fällen nirgendwo hin.
Tatsächlich haben fortgeschrittenere User mehr drauf, als nur den Umgang mit Google und dem Back-Button. Einige lernen nach "Sitemaps" zu schauen oder bestimmte Kategorien eines Artikel/Weblogarchivs zu durchwühlen. Einige sollen sogar schon so weit sein und Tabs verwenden und damit den Back-Button immer seltener gebrauchen
Die Tipps in dem Artikel (mehr deep links zu setzen, Linkbeschriftungen eindeutig zu gestalten, auf ähnliche Texte/Produkte/Software am Ende einer Seite hinzuweisen) sind schon vernünftig. Aber die Hauptnavigation ganz wegfallen zu lassen, wäre 'ne dumme Idee.
Tja, das kommt davon, wenn man zuviel Eye-Tracking betreibt ...
Kristoffer Bohmann sagt ja seit 5 Jahren schon Why Primary Navigation Must Die und demonstriert zeitgleich, dass man damit aber nicht übertreiben sollte. Als ich (für diesen Eintrag) den besagten Artikel nämlich gesucht habe, bin ich von seiner Startseite bohmann.dk (die ich glücklicherweise noch im Kopf hatte) ausgegangen. Da auf der Startseite aber nichts außer Kontaktmöglichkeiten existieren, musste ich Google bemühen, um seine Artikel zu finden. Ich finde, zu so einem Preis sollte man seine Hauptnavigation nicht gerade killen ...
Usabilitologen sind schon kleine Extremisten. Und die Wahrheit, ob man primäre Navigationselemente anbieten soll oder nicht, liegt irgendwo zwischen den beiden Polen "Ja, ganz aufwendig" und "Nein, überhaupt nicht". Seit 7 Jahren beobachten die Usabilitologen also dieses Userverhalten. Tue ich auch, aber nicht nur. Ich beobachte u.a. auch das Uservehalten, dass nicht jeder sofort auf den Back-Button klickt, wenn er die gewünschte Seite/Info nicht vorfindet. Auch bei mir wäre so manche Recherche ins Leere gelaufen, wenn ich immer nur das Suchmaschinen-Interface verwendet hätte. Mit der Back-Klickerei kommt man nämlich in vielen Fällen nirgendwo hin.
Tatsächlich haben fortgeschrittenere User mehr drauf, als nur den Umgang mit Google und dem Back-Button. Einige lernen nach "Sitemaps" zu schauen oder bestimmte Kategorien eines Artikel/Weblogarchivs zu durchwühlen. Einige sollen sogar schon so weit sein und Tabs verwenden und damit den Back-Button immer seltener gebrauchen
Die Tipps in dem Artikel (mehr deep links zu setzen, Linkbeschriftungen eindeutig zu gestalten, auf ähnliche Texte/Produkte/Software am Ende einer Seite hinzuweisen) sind schon vernünftig. Aber die Hauptnavigation ganz wegfallen zu lassen, wäre 'ne dumme Idee.


Ulf Rompe: Da gibt es sehr wohl einen Link zu den Artikeln auf der Startseite. Leider ist dieser aber in weißer Schrift auf weißem Grund gestaltet, so dass die meisten Anwender ihn nur finden werdemn, wenn sie mit der Maus den ganzen Schirm abgesucht haben. Meine bevorzugte Methode, um kontrastarme oder unsichtbare Texte sichtbar zu machen, ist, einfach mit der Maus die gesamte Seite von oben bis unten zu markieren. Das geht schneller.
Wie auch immer, wenn der Bohmann so etwas unter Usability versteht, dann möchte ich gar nicht weiterlesen, was er noch zu sagen hat. Es bewahrheitet sich einmal wieder: Der erste Eindruck entscheidet.
Martin: Strg+A geht noch schneller als mit der Maus
Thomas Fruetel: Also ich persönlich finde Sites wie die vom Herrn Nielsen auch nicht besonders Usable, insbesondere wegen des Fehlens bekannter Navigationselemente. Von daher würde ich der radikalen Lehre, die Navigation komplett zu verbannen, sicher auch nicht folgen. Dennoch interessant zu wissen, dass dieses Phänomen der Navigation Blindness existiert, und dass Links innerhalb des Contents (wie sie ja auch in Blogs allgegenwärtig sind) hier eine sinnvolle Lösung zu sein scheinen, um den Nutzer zu lenken.
Perun: Na dann zähle ich zur "Minderheit". Ich nutze sehr wohl die klassische Navigation und zudem gibt sie mir ein ungefähren Eindruck wie die Site aufgebaut ist und wieviel die an Unterseiten bzw. Inhalt hat.
Jörg Petermann: Nach dem 16. Febr 2002 hat er wohl keinen Artikel mehr geschrieben. Wohl auch besser so. Da stehen einem ja die Haare zu Berge.
Jedenfalls ist das die schlimmste Home-Seite, die ich je gesehen habe, blank-Screen ausgenommen. Wenn das Usability der Navigation sein soll, dann schließe ich mich der Meinung von Ulf spontan an. Weg damit!
@Thomas: Da gab es im letzten Jahr eine schönes Beispiel auf DesignByFire, wo Jakobs Website neu gestaltet wurde und wirklich sehr viel besser aussah. Wer Usablity predigt, sollte ab und an auch was vor der Haustür tun, noch dazu, wenn er Nielsen heißt.
Pepino: Die Mischung macht's... wie bei vielen Dingen...