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Aus den Trackbacks des Email Ade-Eintrags finde ich folgendes Posting von Christian Heller, in dem er schreibt:
Gerade wegen der gesellschaftlichen Relevanz der E-Mail-Verschlüsselung halte ich es für notwendig, dass auch die, die von technischen Hintergründen abgeschreckt werden, Zugang zu ihr finden können. Man kann das meinetwegen derart herablassend umformulieren, dass der Komplex E-Mail-Verschlüsselung vollkommen DAU-tauglich sein muss, damit auch das Volk davon profitieren kann und nicht nur die paar Geeks, die nichts merkwürdig daran finden, eine Zeichensalat-Signatur ans Ende ihrer Mail zu hängen. DAU-taugliches finde ich unter www.gnupg.org oder sonstwo aber leider nicht.
Staatliche E-Mail-Überwachung, Christian Heller, 06.11.2004
Die Jungs und Mädels, die überhaupt solche Tools wie GnuPG, Jabber-Clients bis hin zu Webservern und Betriebssystemen herstellen und diese Software unentgeldlich der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, tun dies meist ehrenamtlich. Sie erhalten dafür ein wenig Ruhm im kleinen Kreise der IT-Kollegen, aber die allermeisten verdienen gar nichts daran.
Einige andere stellen HowTos, Anleitungen und kostenlosen Support um diese Tools herum zur Verfügung und erhalten dafür noch weniger Ruhm, geschweige denn, etwas um den Magen zu füllen.
Usability in Open Source-Projekten ist ein Problem, ganz klar. Aber wenn man bedenkt, dass die Leute so gut wie gar nichts dafür zurückbekommen, ja meist sogar unnötigen Stress mit verärgerten und anspruchsvollen Usern haben, warum sollten sie diese Tools denn an eine breite Masse anpassen? Um noch mehr Stress und noch weniger Zeit zu haben, die sie benötigen um ihr Einkommen (mit etwas anderem) zu verdienen? Ab einer gewissen Grenze schaut man dem geschenkten Gaul nicht mehr ins Maul.
Nun, gewisse Dinge müssen massentauglich sein. So sind einige Linux-Distributionen heute leichter zu installieren, als Windows. Ebenso sieht es im Browsermarkt mit Mozilla/Firefox-Produkten aus. Sie sind nicht nur leichter zu installieren, stabiler und sicherer als deren kommerzielle Kontrahenten, die Entwickler haben auch keine kommerziellen Interessen.
Zieh es dir runter, passe es an wie du es brauchst und verwende es auf sovielen Rechnern, wie du möchtest. Zahle keine Kohle dafür, gib es weiter an wen du willst, bau sogar ein kommerzielles Geschäft darauf auf. Aber stelle es unter die selbe Lizenz, von der du auch profitiert hast, wenn du es modifizierst und vertreibst. So edel und fair sind Open Source bzw. GNU/GPL Produkte.
Aber mit fortschreitender Technik und Entwicklung ist es eine logische Folge, dass nicht jeder unversierte User mit dem Wissensstand eines Profis mithalten kann.
Ich habe wenig bis gar keine Ahnung von Kraftfahrzeugtechnik. Bei meinem alten 89'er Mazda konnte ich mal die Bremsklötze auswechseln, weil es mir ein befreundeter KFZ-Mechaniker gezeigt hat. Aber wenn die heutigen ABS-Bremsen versagen würden, würde ich natürlich eine Werkstatt mit der Reperatur beauftragen. Nie würde ich mich hinstellen und verlangen. "Hej, wieso ist das so kompliziert? So etwas Lebenswichtiges muss ich als Laie doch auch selbst wieder hinbiegen können."
Wir helfen, machen und erklären ja schon, so gut und viel wir können und wenn wir für jede dieser Leistungen auch nur einen Euro pro Stunde bekommen würden, wäre schon ein Karibik-Urlaub im Jahr drin. Aber ab einem gewissen Punkt, muss der Kunde nunmal zahlen.
Ok, bei den Autobremsen geht es um Schutz am menschlichen Leibe, bei Sachen wie verschlüsselter Kommunikation nur um den Schutz der Privatssphäre. Dementsprechend unterschiedlich sind aber dann auch die Preise für diese Dienstleistungen. Ein gewisser Schutz der Privatssphäre kostet nur ein Zehntel von dem, was neue Bremsen kosten. So sollte es zumindest sein.
In jeder Stadt ab 50.000 Einwohnern gibt es Dienstleister, die mal eben GnuPG, Thunderbird und Jabber auf dem heimischen Rechner einrichten könnten. IT-Neulinge brauchen etwas länger und haben einen entsprechend geringeren Stundensatz, Profis erledigen das in 20-30 Minuten und verursachen bei höheren Stundenlöhnen etwa die gleichen Endpreise.
Mich schreiben manchmal Leute an, die trotz der Firefox-Anleitung Probleme haben, damit ins Netz zu kommen. Und so sehr es diese Leute enttäuscht, ich werde nicht noch mehr kostenlosen Support dafür leisten. Wofür schreibe ich denn diese Anleitung? Etwa um mich noch zusätzlich mit Leserbriefen zu befassen? Soll ich mich mit persönlichem Support befassen (von dem nur der jeweils Einzelne etwas hat), obwohl ich in dieser Zeit noch weitere Anleitungen schreiben könnte oder einfach nur relaxen/Kraft sammeln für neue Dinge? Noch gestern kam eine Email von jemandem, der mit Firefox nicht ins Netz kam. Kollegen wissen, dass es dafür 1000 Gründe geben kann, die nur vor-Ort einzeln eliminiert werden können, bis man die wahre Problemquelle findet.
Man kriegt für gutes Geld einen Windows-PC mit dem Nötigsten (Browser, Emailprogramm, manchmal 'ne Textverarbeitung dazu etc.) und so gut wie 0% Schutz. Wer mehr als das möchte, sollte sich überlegen, ob er sich in die Materie einarbeitet (so, wie wir alle) oder wieviel Geld es ihm Wert wäre, sich das von einem anderen erledigen zu lassen. Aber Zeit stehlen, kostenlose Antworten auf Fachfragen erwarten und womöglich hinterher rumzicken, wenn der Angeschriebene nicht will, sind keine Optionen!
Wie wär's denn mal mit einem Paket "Sicherheit" für den Heim-PC, statt der üblichen Rasierer oder Handys als Geschenk-Idee für Weihnachten? In deiner Stadt gibt es sicherlich einen oder mehrere IT-Dienstleister, die das machen könnten. Inklusive Backup und Wiederherstellbarkeit bei einer eventuellen Neuinstallation des PCs ![]()
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